Jule's Blog
Geschrieben von:
Thomas Berger, am
25.02.2010,
16:27 Uhr
Unter dem Titel "ausSPITZEMwinkel - Erlebnisse eines "Youngstars" in der Bregenzer Handballwelt" versucht Julian Rauch jede Woche Einblicke in das Mannschaftsleben im gelb-schwarzen Trikot zu geben. Ein noch nie da gewesener, unzensierter Zugang zum österreichischen Rekordmeister.
ausSPITZEMwinkel (3) - Von Faschingsmüdigkeit und serbischen Qualitäten...
Die letzte Woche war sehr ereignisreich. Am Sonntag fand zum wiederholten Male die legendäre Party im Faschingszelt statt, bei der jeder Spieler der 1. Mannschaft anzutreffen war. Aber nicht nur das HLA-Team war geschlossen anwesend, sondern auch etliche Jugendspieler, die Damenmannschaft, Trainer und zahlreiche Fans des Bregenzer Handball-Sports, waren bei besagtem Fest vor Ort.
Wie im Fasching so üblich, wurde ordentlich gefeiert, was den Spielern am darauffolgenden Montag-Training durchaus auch anzumerken war.
So kam es, dass wir wohl nicht den besten Eindruck machten, als uns mit Milan Ivanvoic ein neuer Spieler vorgestellt wurde, der zum Probetraining erschienen war. Grund für die Anwesenheit des Linkshänders, ist die Verletzung von unserem Mittespieler Gernot Watzl.
Milan Ivanovic soll uns in der Defensive bzw. im Angriff auf der rechten Rückraumposition unterstützen. Der aufmerksame Leser wird sich nun die Frage stellen, wieso die Verantwortlichen einem Halb-Rechten im Training testen, wenn die durch den Ausfall von "Seidl" (so wird Gernot Watzl in der Mannschaft genannt) zu besetzende Position doch die Mitte ist. Nicht nur dir, lieber Leser, gab Milans Anwesenheit Rätsel auf, auch wir Spieler stellten uns diese durchaus berechtigte Frage. Unser Trainer Martin Liptak war es dann, der etwas Licht in die Sache brachte: Milan soll zum einen unserer Deckung mehr Stabilität geben und zum anderen im Angriff Lucas Mayer unterstützen. Somit können sich unsere Rechtshänder im Rückraum auf die Positionen Rückraumlinks und Rückraummitte konzentrieren.
Der Serbe gab auch gleich im 1. Training eine Kostprobe seiner spielerischen Qualitäten ab und stand auch defensiv seinen Mann.
Einzige Manko des 2,02-Hünen ist seine noch mangelnde Fitness. Obwohl den meisten von uns, wie schon erwähnt, noch der Fasching in den Knochen steckte, war es unser Testspieler, der die meisten Probleme hatte, das Training konditionell durchzustehen. Wenig verwunderlich, war der Serbe doch bis dato vereinslos und hielt sich ohne professionelle Hilfe selber fit.
Doch für solche Angelegenheiten hat Bregenz mit Cheftrainer Liptak und Konditionstrainer Gerhard Röser zwei Betreuer zur Hand, die selbst Lagerist Puma, in einen Langstreckenläufer verwandeln könnten.
Schon am darauffolgenden Tag wurde im Büro fleißig diskutiert und eifrig an einem individuellen Trainingsplan für Milan gearbeitet.
Besagter Plan ist der Horror eines jeden von uns, beinhaltet er doch zusätzlich zum Mannnschaftstraining, Kraft- und Ausdauer-Einheiten, die den Athleten an seine körperliche Grenze bringen. Doch die Bereitschaft, täglich an eben diese Grenze zu gehen, unterscheidet den Leistungssportler vom talentierten Hobbyathleten.
Die restliche Trainingswoche hatten wir uns auf das bevorstehende Match gegen Lokalrivalen Hard vorbereitet. Es wurde viel im taktischen Bereich gearbeitet, wobei großes Augenmerk auf unsere Defensive und das Harder Angriffsspiel gelegt wurde.
Für mich persönlich war das Spiel, nach meiner schweren Schulterverletzung, etwas Besonderes und ich brannte auf einen Einsatz von Beginn an. So wurmte es mich umso mehr, dass ich nicht in der Start-Sieben stand und die ersten 20 Minuten auf der Bank schmoren musste.
Das Spiel selbst war, wie jedes Derby, sehr hart umkämpft, doch bis auf ein paar Attacken des Harder Kreisläufers Janis Glusaks, im Großen und Ganzen von beiden Seiten fair geführt.
Am Ende war ich unendlich froh über diesen Sieg. Auch wenn das Spiel offenbarte, dass wir durch den Verlust von Gernot etwas an Spielkultur verloren haben, haben wir zum wiederholten Male gezeigt, dass wir das beste Team im Ländle sind.