E-Mail Newsletter
Mit unserem E-Mail Newsletter erhalten Sie regelmässig aktuelle Infos in Ihre In-Box.

E-Mail Newsletter bestellen

 

EURO 2010: Eurosport Favoritencheck

Geschrieben von: Thomas Berger, am 18.01.2010, 15:35 Uhr

Wer gewinnt die EM 2010 in Österreich? Eurosport nimmt die Titelfavoriten unter die Lupe und wagt eine Prognose. Neben den deutschen Gruppengegnern Schweden und Polen zählen auch die Teams aus Kroatien, Dänemark, Island und natürlich die bärenstarken Franzosen zum Favoritenkreis.

Frankreich:
Die "Equipe Tricolore" war in den vergangenen Jahren das Maß aller Dinge im Welthandball. Angeführt von den beiden absoluten Superstars Nikola Karabatic (Montpellier HB) und Thierry Omeyer (THW Kiel) gewann das Team von Trainer Claude Onesta 2008 Olympia-Gold in Peking und im Jahr darauf den Weltmeistertitel in Kroatien. Sollten die Franzosen bei der Euro 2010 in Österreich den Titel holen, dann wären sie in allen drei großen Wettbewerben amtierender Titelträger - ein historischer Erfolg.

Und Frankreich präsentiert sich schon in einer guten Frühform. Gegen die starken Serben gewannen Karabatic und Co. einen Test mit 27:24 (17:10). Schwächen hat die Mannschaft kaum. Die Abwehr wird von Didier Dinart (BM Ciudad Real), einem der besten Verteidiger der Welt, zusammengehalten. Im Rückraum sorgen Karabatic und Daniel Narcisse (THW Kiel) für die nötige Torgefahr und auf Außen fliegt Sprungwunder Luc Abalo (BM Ciudad Real) durch den Siebenmeterraum. "Frankreich und Kroatien haben sicher ein höheres Niveau, individuell sind die besser aufgestellt als der Rest", erklärte der deutsche Rückraumspieler Lars Kaufmann im Gespräch mit eurosport.yahoo.de. "Wir haben da nur eine Chance, wenn es uns gelingt, mannschaftlich geschlossen aufzutreten."

Eurosport Prognose: Frankreich ist eine Turniermannschaft, die gespickt ist mit Superstars. Der Titel geht auch dieses Jahr nur über die Franzosen. Der Europameister von 2006 wird sich auch von den Kroaten nicht auf dem Weg zur "Unsterblichkeit" aufhalten lassen und holt die Trophäe.

Länderspielbilanz gegen Deutschland: 66 Spiele (24 Siege / 7 Remis / 35 Niederlagen)

Bestes EM-Ergebnis: Europameister (2006)

Kroatien:
Die Kroaten zählen genau wie in den vergangenen Jahren bei großen Turnieren wieder zum Kreis der engsten Titelfavoriten. Der Aufstieg der jetzigen Generation begann bei der Europameisterschaft 2002 in Schweden. Das Team beendete das Turnier als 16. und somit als Letzter, lernte aber daraus. Nur ein Jahr später gewann Kroatien Gold bei der WM in Portugal 2003. Seit jenem Jahr erreichten die Männer vom Balkan, mit Ausnahme der Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland (Fünfter), jedes Mal mindestens das Halbfinale. Auf diese Konstanz auf hohem Niveau baut man in Kroatien auch bei der EM in Österreich.

Den letzten Titel holten Ivano Balic und Co. bei Olympia 2004. Bei der Heim-WM im vergangenen Jahr musste man sich im Finale noch den überragenden Franzosen geschlagen geben. Bei der Euro 2010 soll es mit dem ersten EM-Titel klappen. Mit Igor Vori (HSV Hamburg) haben die Südosteuropäer den wohl zurzeit besten Kreisläufer der Welt in ihren Reihen. Auch die Rückraum-Mitte ist mit "Ikone" Balic (Croatia Osigurabje) und dessen "Kronprinzen" Domagoj Duvniak (HSV Hamburg) weltklasse besetzt.

Eurosport Prognose: Neben den Franzosen ist Kroatien sicherlich der Topfavorit. Mit einer gesunden Mischung aus Jung und Alt ziehen die Kroaten ins Finale ein, unterliegen dort aber erneut den Franzosen.

Länderspielbilanz gegen Deutschland: 24 Spiele (10 Siege / 4 Remis / 10 Niederlagen)

Bestes EM-Ergebnis: Platz 2 (2008)

Dänemark:
Die Skandinavier sind amtierender Europameister und gehören schon allein deshalb zum erweiterten Favoritenkreis. Doch die vergangenen Monate verliefen etwas turbulent im "Staate Dänemark". Es ging um Prämiendiskussionen, Rücktrittsdrohungen und ausgefallene Lehrgänge. Doch mittlerweile hat man sich wieder zusammengerauft und ist heiß auf das Turnier in Österreich.

Prunkstück der Dänen, die bei der Weltmeisterschaft in Kroatien 2009 als Vierter durch tollen Tempo-Handball überzeugten, ist sicherlich die starke 6:0-Deckung um Lars Jörgensen und den beiden Weltklasse-Torhütern Kasper Hvidt und Niklas Landin. Auf der Mitte-Position soll Thomas Mogensen, einer von sechs Flensburgern im Kader der Skandinavier, die Fäden ziehen. Natürlich darf man auch Routinier Lars Christiansen nicht vergessen, der von Linksaußen und vom Siebenmeterpunkt ein Schlitzohr ist. Am Kreis soll sein Teamkollege aus Flensburg, Michael Knudsen, für die nötige Durchschlagskraft sorgen.

Eurosport Prognose: Man darf gespannt sein, wie sich das Team von Trainer Ulrik Wilbek in der Gruppe B mit Island, Serbien und Österreich behauptet. Die Klasse von Kroatien oder Frankreich hat Dänemark zurzeit nicht. Dennoch ist das Halbfinale für den Titelverteidiger drin.

Länderspielbilanz gegen Deutschland: 94 Spiele (29 Siege / 12 Remis / 53 Niederlagen)

Bestes EM-Ergebnis: Europameister (2008)

Island:
Island ist ein sehr kleines Land, hat aber eine große Handballtradition. Als die "Nordlichter" 2008 die Silbermedaille in Peking holten, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Doch postwendend verpasste man im Jahr darauf die WM-Qualifikation. Doch bei der Euro 2010 kann Trainer Gudmundur Gudmundsson auf 13 von 17 Silbermedaillengewinnern bauen. Einer davon heißt Olafur Stefansson, spielt bei den Rhein-Neckar Löwen und gehört auch mit seinen 36 Jahren noch zu der Crème de la Crème des Welthandballs.

Insgesamt 17 Spieler aus dem erweiterten isländischen Kader spielen zurzeit in der deutschen Bundesliga. Diese gilt gemein hin als die beste Liga der Welt. Island ist also vor allem in der Breite stark besetzt. Davon konnte sich zuletzt Deutschland ein Bild machen, als man bei zwei Tests gegen die Skandinavier den Kürzern zog. Dennoch steht bei den Isländen lediglich ein Vierter Platz (2002) als bestes EM-Ergebnis auf dem Briefkopf. Ein Verlust ist zweifelsohne der verletzungsbedingte Ausfall von Sigfus Sigurdson (Valur Reykjavik), der von 2002 bis 2006 beim SC Magdeburg auf der Kreismitte für Furore sorgte.

Eurosport Prognose: Island hat durch die beiden Testspielerfolge gegen die DHB-Auswahl gezeigt, dass mit ihnen bei der EM zu rechnen ist. Sollte das erfahrene Team um Stefansson erstmal ins Rollen kommen, ist das Halbfinale durchaus realistisch.

Länderspielbilanz gegen Deutschland: 66 Spiele (21 Siege / 6 Remis / 39 Niederlagen)

Bestes EM-Ergebnis: Platz 4 (2002)

Quelle: eurosport.yahoo.com